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Zertifizierung von Elektrogeräten (Teil #1) - Gesetzliche Anforderungen

Ist Ihr Produkt wirklich sicher? Wie sieht dies unter Berücksichtigung der EU-Gesetze aus? Alles über die CE-Kennzeichnung an einer Stelle!

Wussten Sie, dass 80 % der elektronischen Produkte auf dem europäischen Markt nicht den EU-Gesetzen und -Normen entsprechen? Und 30 % der Produkte sind sogar gefährlich! Da uns (so wie sicherlich auch Ihnen) die Bauteile wichtig sind, die für die Herstellung sicherer und qualitativ hochwertiger Standardprodukte verwendet werden, haben wir eine Reihe von Artikeln zu diesem Thema für Sie vorbereitet.

Warum sollte dieses Unternehmen überhaupt über dieses Thema nachdenken?

Es ist wichtig, bei den Grundlagen anzufangen. Die Geschäftsethik und ebenso die EU-Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit besagen, dass ausschließlich sichere Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gebracht oder in Produktion gehen dürfen. Produkte, die kein Risiko für das Leben, die Gesundheit und das Eigentum des Kunden oder die Umwelt als Ganzes darstellen, müssen im Interesse des Unternehmens sein. Aus diesem Grund gibt es einen gesetzlichen Rahmen, in dem die technischen Anforderungen für Produkte festgelegt sind, welche ihrer Beschaffenheit entsprechend die Gesundheit, Sicherheit oder das Eigentum von Menschen oder die Umwelt gefährden könnten. Die wichtigste Tatsache hierbei ist, dass ein Produkt, das den Konformitätsbewertungsprozess einschließlich der per Gesetzgebung festgelegten technischen Anforderungen nicht bestanden hat, keine Zulassung für den europäischen Markt erhält. Man könnte dies pragmatisch in einem Satz zusammenfassen – die CE-Kennzeichnung eines Produkts und die Gewährleistung dessen Konformität mit der EU-Gesetzgebung sind vor der Vermarktung in Europa eine grundlegende Pflicht.

Technische Anforderungen für solche Produkte

Es gibt unzählige Produkte auf dem Markt. Daher können diesbezüglich keine Verallgemeinerungen gemacht werden. Es gibt eine bestimmte Anzahl an gesetzlicher Vorschriften mit technischen Anforderungen. Es ist wichtig zu wissen, welche Merkmale mein Produkt aufweist und wo es eingesetzt werden soll. Grundsätzlich lassen sich hierbei 5-6 EU-Richtlinien nennen:
  1. 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie - Maschinen)
  2. 2014/30/EU (elektromagnetische Verträglichkeit - EMV)
  3. 2014/35/EU (Bereitstellung elektrischer Betriebsmittel innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen - NSR)
  4. 2014/53/EU (Bereitstellung von Funkanlagen – Radio Equipment Directive, RED)
  5. 2014/34/EU (Richtlinie für Geräte und Schutzsysteme zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen – ATEX)
  6. 2009/48/EG (Spielzeugrichtlinie – TOY)

Um was geht es in diesen Richtlinien?

Es ist wichtig, diese Richtlinien zu verstehen. Denn das Ignorieren von Gesetzen gilt nicht als Entschuldigungsgrund. Im Wesentlichen sind in diesen Richtlinien die grundlegenden Bestimmungen, Themen, technischen Anforderungen, Konformitätsbewertungsverfahrensweisen und weitere relevante Aspekte beinhaltet. Während in Richtlinien die Definitionen, Verfahrensweisen und organisatorischen Anforderungen bestimmt sind, sind die allermeisten technischen Anforderungen für ein Produkt durch technischen Normen festgelegt. Technische Standards, die konform zu den europäischen Normen sind, werden als harmonisierte Normen bezeichnet. Hierbei sollte beachtet werden, dass die Standards lediglich als Orientierung für die Herstellung eines sicheren Produkts fungieren und deren Einhaltung somit nicht verpflichtend ist. Falls Hersteller sich nicht an eine Norm halten möchten, müssen sie nachweisen, dass das Produkt mindestens so sicher ist, als würde es gemäß der Normen hergestellt werden. Dementsprechend ist es letztlich am einfachsten, die Produktsicherheit gewährleisten zu können, wenn die Herstellung in Übereinstimmung mit den Normen erfolgt.

Normen lassen sich in 3 Gruppen einteilen:

  1. International – ISO, IEC, EHK…
  2. EU-Normen – EN STN…(CEN, CENELEC, ETSI…)
  3. National – jedes Land verfügt über ein eigenes Standardisierungssystem; innerhalb der EU sind eine Vielzahl von Standards harmonisiert. Falls es jedoch bestimme nationale Abweichungen gibt, so gilt es diesen beim Eintreten in den jeweiligen nationalen Markt zu entsprechen.

Wer ist dafür verantwortlich, dass die Gesetze eingehalten werden?

Zu behaupten, der Hersteller allein trage die Verantwortung, wäre zu einfach. Es geht um Verbrauchersicherheit. Daher trägt, allgemein gesprochen, jede Partei Verantwortung, welche Merkmale des Produkts beeinflusst. Die Hersteller sind für Ihre Produkte verantwortlich… . Vor Kurzem wurde der Marktaufsicht aufgrund der Veränderung von Richtlinien neuer Spielraum gegeben. In der Richtlinie ist von dem sogenannten Wirtschaftsteilnehmer die Rede, hiermit sind die Hersteller, autorisierte Personen, Importeure oder Händler gemeint. Und für alle diese Teilnehmer sind Pflichten festgelegt.
Zahlreiche Importeure oder Händler lassen ihre Produkte bspw. in China herstellen und vermarkten diese Produkte unter ihrer eigenen Marke. Aber Vorsicht: In diesem Fall gilt der Outsourcer als Hersteller des Produkts und es fallen diesem auch alle Pflichten eines Herstellers zu.
Wie gestaltet sich die Zertifizierung? Weitere Informationen folgen in unserem nächsten Artikel. Demnächst...

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